Schweizer wollen US-Produkte boykottieren – diese Website liefert Alternativen
Sprite, Nike, McDonald’s? Geht auch lokaler. Immer mehr Konsument*innen suchen europäische Alternativen zu US-Marken – eine Internet-Plattform hilft beim Umstieg.
Immer mehr Europäer*innen wollen beim Einkaufen bewusst auf US-Produkte verzichten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage eines Schweizer Onlinehändlers. Gründe dafür sind unter anderem Strafzölle, politische Spannungen – und der Wunsch, vermehrt lokale Marken zu unterstützen. Doch wo findet man passende Alternativen?
Eine erste Anlaufstelle bietet die Webseite GoEuropean.org. Dort finden sich hunderte europäische Produkte, die als Ersatz für bekannte US-Marken infrage kommen. Vom Softdrink bis zum Smartphone, von Babynahrung bis Sneakers: Wer nachhaltiger und regionaler einkaufen will, wird hier schnell fündig.
Gerade für Konsument*innen aus der Schweiz lohnt sich der Blick auf die Plattform. Wer sich auf der englischsprachigen Seite durchklickt, entdeckt viele einheimische Marken, die es mit den Grossen aus Übersee locker aufnehmen – zum Beispiel Elmer Citro statt Sprite oder Zweifel-Chips statt Pringles.
Auch Handy geht europäisch
Auch bei Getränken ist die Auswahl gross: Ramseier, Rivella, Knutwiler, Vivi Kola oder Hero Cassis setzen auf lokale Produktion und kurze Transportwege – als Alternativen zu Coca-Cola, Pepsi oder Fanta. Und natürlich ist auch der Glarner Klassiker Elmer Citro als Alternative zu Sprite dabei.
Im Süsswarenregal empfehlen die Listen auf GoEuropean.org etwa Lindt als europäische Alternativen zu Milka oder Hershey’s. Und statt bei McDonald’s oder Burger King zu essen, zeigt die Schweizer Burgerkette Holy Cow!, dass Fast Food auch mit regionalen Zutaten geht.
Im Mode- und Technikbereich gibt es ebenfalls spannende Alternativen: Die französische Marke Veja stellt Sneakers aus Bio-Baumwolle und Naturkautschuk her. Adidas, Munich (Spanien) oder On (Schweiz) bieten sportliche Alternativen zu Nike.
Wer Kleidung sucht, wird in Deutschland zum Beispiel bei Trigema oder Schöffel fündig. Und auch in der Technik gibt es Alternativen: Das Fairphone aus den Niederlanden und das Shiftphone aus Deutschland stehen für modulare, reparierbare Smartphones mit transparenter Lieferkette – ganz ohne Apple oder Samsung.
User können weitere Marken melden
Ziel der Plattform ist es, europäische Wertschöpfung sichtbarer zu machen und Konsument*innen bei bewussten Kaufentscheidungen zu unterstützen. Die Empfehlungen stammen von Freiwilligen aus ganz Europa – und werden laufend erweitert.
Denn auch die Nutzer*innen selbst können mithelfen: Unter dem Menüpunkt «Suggest a Brand» lassen sich neue Firmen vorschlagen, deren Hauptsitz sich in Europa befindet. Gemeldet werden können aber auch Unternehmen, bei denen der europäische Anschein trügt – etwa weil sie einer US-Muttergesellschaft gehören.
Über 60 freiwillige Helfer*innen prüfen jede Einsendung, bevor sie in die Datenbank aufgenommen wird. Mittlerweile umfasst die Plattform über 2300 europäische Produkte und Dienstleistungen, zählt rund 20’000 tägliche Besucher*innen und wurde bereits über 4000 Mal als Browser-Erweiterung heruntergeladen. Ein Projekt von der Community – für die Community.
Petar Marjanović - 20.05.2025, 04:34
