«Das ist ein dramatischer Abbau»
Experten zweifeln an Donald Trumps geistiger Gesundheit
Gedächtnislücken, thematische Sprünge, wirre Phrasen – Donald Trumps Auftritte der vergangenen Wochen lassen Experten aus der Gesundheitsbranche zunehmend an der geistigen Verfassung des US-Präsidenten zweifeln. Der Journalist Adam Gabbatt hat jetzt im «Guardian» mithilfe von Experten mehrere auffällige Situationen tiefgehend analysiert.
Erst vor zwei Monaten hat Trump seinen 79. Geburtstag mit einer Parade feiern lassen. Wenn er seine zweite Amtszeit vollendet, ist er bereits 82 Jahre alt. Doch Fachleute verweisen schon jetzt darauf, dass die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des alternden Präsidenten stark nachlassen. Das jüngste Beispiel: ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Windräder, die «Wale verrückt machen»
Bei dem Gespräch im schottischen Turnberry sollte es eigentlich um das Thema Migration gehen. Doch Donald Trump fing aus dem Nichts an, über Windenergie zu sprechen: «Das andere, was ich Europa sagen will: Wir – wir werden nicht erlauben, dass in den USA ein Windrad gebaut wird. Sie töten uns. Sie zerstören die Schönheit unserer Landschaft.» Weiter erzählte er – ohne seine Aussagen mit Beweisen zu stützen –, Windräder würden «Wale verrückt machen» und «Vögel töten».
Der Psychologe Harry Segal von der Cornell University sieht im «Guardian» darin einen klaren Fall unregulierter Gedankensprünge. Es handelt sich lediglich um ein Beispiel von vielen aus den vergangenen Wochen.
Anfang Juli wurde Trump gefragt, welches Wahlversprechen er als Nächstes einlösen wolle. Seine Antwort war ein zusammenhangloses Gerede über Wasserdruck: «Ich habe ein Gesetz abgeschafft – gerade neulich –, da kaufst du ein Haus, da ist ein Wasserhahn drin und aus dem kommt kein Wasser. Die haben so einen Begrenzer. Selbst in Gegenden mit zu viel Wasser. Die Dusche funktioniert nicht richtig ...»
Bei einer Kabinettsitzung im Weissen Haus, die von den Überschwemmungen in Texas, Kriegen in Gaza und der Ukraine sowie den globalen Zöllen handeln sollte, erfreute sich der US-Präsident knapp eine Viertelstunde lang über die Ausstattung des Konferenzraumes. Er lobte die goldenen Medaillons an der Decke, die Lampen und erklärte: «Manchmal gefallen mir die Rahmen besser als die Bilder.» Dann fragte er sein Kabinett, ob er die Stuckleisten vergolden solle: «Vielleicht stimmen wir darüber ab.»
Falsche Angaben sorgen für Verwunderung
Bezüglich der Hungersnot im Gazastreifen behauptete Trump Ende Juli, die USA hätten «vor zwei Wochen 60 Millionen Dollar für Nahrungsmittelhilfe nach Gaza geschickt». Er fügte hinzu: «Kein anderes Land hat etwas gegeben. Niemand hat sich bedankt.»
Eine nachweislich falsche Darstellung, wie der «Guardian» berichtet: Die USA hat im Juni eine Hilfe in Höhe von 30 Millionen Dollar angekündigt – die Auszahlung war Ende Juli jedoch noch nicht erfolgt. Zudem hatten mehrere Länder, darunter Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate, Hilfslieferungen nach Gaza organisiert, und die EU hatte bereits im Mai eine Zusage über 170 Millionen Euro gemacht.
Besonders kurios war auch ein Auftritt Anfang Juli in Pittsburgh. Hier meinte der Präsident, sein Onkel – der Physiker John G. Trump – habe den späteren Unabomber Ted Kaczynski am Massachusetts Institute for Technology unterrichtet. Historisch vollkommen unmöglich: Kaczynski studierte nie an dieser Universität und wurde 1996 als Unabomber enttarnt, Trumps Onkel starb 1985.
Experten wie Harry Segal sehen darin Konfabulation: «Dabei nimmt er eine Idee oder etwas, das tatsächlich passiert ist, und fügt Dinge hinzu, die nie geschehen sind.»
Psychologe sieht bei Trump «klassische Anzeichen von Demenz»
«Was wir sehen, sind klassische Anzeichen von Demenz – eine massive Verschlechterung im Vergleich zu früher», sagte der Psychologe John Gartner vor einigen Wochen. Er erklärte: «Wenn man sich Aufnahmen aus den 1980ern anschaut, war Trump extrem artikuliert. Immer noch ein Idiot – aber einer, der sich klar ausdrücken konnte. Heute kann er kaum einen Gedanken zu Ende bringen. Das ist ein dramatischer Abbau.»
Gartner warnte zudem: «Ich habe schon vor der Wahl vorhergesagt, dass er vor Ende seiner Amtszeit kognitiv abstürzen wird. Und bei dem Tempo seines Verfalls … nun ja, wir werden sehen. Aber es wird schlimmer. Davon bin ich überzeugt.»
Angesprochen auf die Ereignisse, wütete die Sprecherin des Weissen Hauses, Liz Huston, gegenüber der Zeitung: «Der Guardian ist ein Sprachrohr der Linken und sollte sich schämen, durchgeknallte Widerstandskämpfer als ‹Experten› zu bezeichnen.» Und weiter: «Präsident Trump ist geistig auf höchstem Niveau und arbeitet rund um die Uhr für fantastische Deals für die Amerikaner.»
Auch sein ehemaliger Leibarzt Ronny Jackson verteidigt Trump: «Als ehemaliger Leibarzt des Präsidenten und Arzt im Weissen Haus über 14 Jahre hinweg kann ich mit Sicherheit sagen: Präsident Donald J. Trump ist der gesündeste Präsident, den dieses Land je hatte.»
Experten zweifeln mehr und mehr die geistige Verfassung von US-Präsident Donald Trump an. Seine Auftritte der vergangenen Wochen werfen einige Fragen auf.
